Dworak: „Offene Finanzierung für den Ausbau der Kinderbetreuung ist skandalös!“

Dworak: „Offene Finanzierung für den Ausbau der Kinderbetreuung ist skandalös!“

NÖ GVV-Präsident Dworak: „Offene Finanzierung für den Ausbau der Kinderbetreuung ist skandalös und verunsichert die Gemeinden!“

Die zehn Jahre alte Vereinbarung, wonach Gemeinden und Länder Geld vom Bund für den Ausbau der Kinderbetreuung erhalten, läuft Ende des Jahres aus. Bis jetzt gibt es keine Nachfolgeregelung. NÖ GVV-Präsident LAbg. Bgm. Rupert Dworak, Chef der sozialdemokratischen GemeindevertreterInnen in NÖ, ist entsprechend sauer. 

Dworak: „Dass es hier noch immer keine Neuregelung gibt, ist schlicht skandalös und für die Politik beschämend. So ein für die Gemeinden und die Familien wichtiges Thema darf man nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Ich fordere BMin Karmasin und BM Schelling dringend auf, hier für die Finanzierung zu sorgen und eine vernünftige Lösung zu schaffen, um die berechtige Verunsicherung der Gemeinden und BürgerInnen zu beenden.“ 

Dworak: „Landesweit finanzielle Entschädigung für alle WahlbeisitzerInnen!“

NÖ GVV-Präsident Bgm. LAbg. Rupert Dworak fordert: 
„Finanzielle Entschädigung für Wahlbeisitzer und finanzielle Sanktionen bei Nicht-Bestellungen!“

Dwork (Bild): „Ich glaube, dass eine Demokratie nur dann funktioniert, wenn alle Parteien ihren Aufgaben nachkommen. Dazu gehört auch die Bestellung von WahlbeisitzerInnen, den ZeugInnen für die Wahlen. Und diesen Freiwilligen sollte – als Anerkennung ihrer Dienste und ihrer Bereitschaft, einen freien Sonntag zu opfern – eine kleine Entschädigung in der Höhe von zehn Euro die Stunde ausbezahlt werden. Manche Gemeinden, wie wir in Ternitz, machen das schon länger freiwillig so. Aber im Sinne einer gesunden Demokratie sollte das eine landesweite Regelung werden.

Und ich bin der Überzeugung, wenn Parteien hier ihre Aufgaben nicht erfüllen, dann muss das sanktioniert und der vorgesehene Entschädigungsbetrag von der Landesparteienförderung abge-zogen werden. Um den finanziellen Schaden, der durch das Nicht-Bereitstellen von Wahlbeisitze-rInnen entsteht, denn diese müssen ja dann oft von Gemeindebediensteten ersetzt werden, mög-lichst gering zu halten.“

 
Ertragsanteile im August weiter im Plus

Ertragsanteile im August weiter im Plus

Das Hoch bei den Ertragsanteilen bleibt stabil: Auch im August werden die Vorschüsse auf die Ertragsanteile für die Gemeinden ohne Wien bei 5,5 Prozent im Plus liegen.

Nachdem für 2017 mittlerweile ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Bereich von 2,2 bis 2,4 Prozent prognostiziert wird, überrascht der aktuelle Zuwachs der August-Vorschüsse für die Gemeinden ohne Wien von plus 5,5 Prozent im Österreich-Durchschnitt wenig. Der den August-Vorschüssen zugrunde liegende Juni-Abgabenerfolg war vor allem durch starke Zuwächse bei der Kapitalertragsteuer auf Dividendenausschüttungen sowie der Mineralölsteuer gekennzeichnet, die Zuwächse bei der Umsatzsteuer und der Lohnsteuer fielen (verrechnungstechnisch bedingt) eher gering aus.

Die für die Gemeinden so wichtige Grunderwerbsteuer (gut 93% des Jahresertrags von rund einer Milliarde Euro kommen den Kommunen zu) konnte aktuell zwar annähernd den Wert aus dem Juni 2016 erreichen, sie ist aber auch dafür mitverantwortlich, dass die Ertragsanteile im ersten Halbjahr 2017 so stark im Keller waren: Denn die Grunderwerbsteuer lag österreichweit gesehen im ersten Halbjahr 2017 um fast zwölf Prozent unter dem Aufkommen Jänner bis Juni 2016.

Betrachtung der länderweisen Entwicklung der Vorschüsse auf die Gemeindeertragsanteile ist neben der abgestuften Bevölkerungszahl (für das Finanzausgleichsjahr 2017 liegen die Einwohnerzahlen zum Stichtag 31.10.2015 zugrunde) vor allem die Grunderwerbsteuer von Bedeutung, die nach dem landesweisen Aufkommen gemäß den verschiedenen Finanzausgleichs-Schlüsseln (vor allem nach dem abgestuften Bevölkerungsschlüssel) auf die einzelnen Gemeinden verteilt wird. So ist etwa das für die aktuellen August-Vorschüsse relevante Juni-Aufkommen an Grunderwerbsteuer in Salzburg um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Dementsprechend hinken die Salzburger Gemeinden mit lediglich plus 1,1 Prozent auch bei den aktuellen Vorschüssen hinterher.

Gerade umgekehrt ist es in der Steiermark, wo die Grunderwerbsteuer 2017 gegenüber 2016 stark zulegt. Die steirischen Gemeinden können sich somit über die höchsten Zuwächse bei den August-Vorschüssen (+7,5%) freuen. Dies spiegelt sich auch im bisherigen Jahr 2017 (Vorschüsse Jänner bis August) wieder, wo die Steiermark gemeinsam mit Tirol mit einem Plus von 2,3 Prozent (nur Wien liegt mit +2,4% noch besser) eine Spitzenposition einnehmen und die Salzburger und Vorarlberger Gemeinden gegenüber Jänner bis August 2016 mit minus 0,1 Prozent bzw. minus 0,2 Prozent noch immer leicht im Minus liegen.

Quelle: Österreichischer Gemeindebund 

Schnabl/Dworak/Rosenmaier: Niederösterreich muss Demokratiemusterland werden

Schnabl/Dworak/Rosenmaier: Niederösterreich muss Demokratiemusterland werden

SPÖ NÖ legt Zehn-Punkte-Programm für mehr Demokratie in NÖ vor.

„Die Zeit ist reif für ein offeneres, demokratischeres und lebenswerteres, soziales und gerechtes Niederösterreich! Es ist Zeit, ein Niederösterreich für die Menschen in diesem Land zu schaffen!“, ist für SPÖ NÖ Landesparteivorsitzenden Franz Schnabl eine starke Aufbruchsstimmung in Niederösterreich erkennbar. In einer Pressekonferenz im Anschluss an die Enquete zum Thema Wahlrechtsreform und Demokratiepaket sagt Schnabl, dass es für ihn zu einem „neuen Niederösterreich“ dazugehöre, „mehr Demokratie zu wagen“.

Entfall des Grundsatzes „Name vor Partei“
Im Vorfeld der kommenden NÖ Landtagswahl fordert Schnabl Vorkehrungen, die ausschließen, dass eine Person mehrfach in der Landeswählerevidenz aufscheint: „Es liegen uns Beispiele vor, dass Personen bei der Landtagswahl 2013 mehrmals ihre Stimme abgegeben haben – das ist undemokratisch und muss unterbunden werden!“ Um ein bundeseinheitliches Wahlermittlungsverfahren zu gewährleisten, fordert Schnabl den Entfall des Grundsatzes „Name vor Partei“ – damit soll bei Vergabe einer Vorzugsstimme für eine/n KandidatIn und gleichzeitiger Nennung einer Partei, die Stimme der Partei zugerechnet werden. Zudem fordert Schnabl die Möglichkeit einer Volksabstimmung auf Landesebene, eines Landesvolksbegehrens und der dringlichen Anfrage im Landtag sowie für die Wahl der beiden Landeshauptmann-StellvertreterInnen, die laut Verfassung den beiden mandatsstärksten Parteien zu entnehmen sind, die Klarstellung einer „gebundenen“ Wahl ohne Mehrheit des Landtages. In Niederösterreich seien, wie in keinem anderen Bundesland, Beschlüsse der Landesregierung geheim, sagt Schnabl, der die Offenlegung fordert: „In Deutschland wird wöchentlich ein Bericht über die Beschlüsse der Bundesregierung veröffentlicht, auch in Österreich sind die Ministerratsbeschlüsse nachzulesen – nur in Niederösterreich gibt es Geheimhaltung. Aber Transparenz ist die Basis für demokratische Mitsprachemöglichkeiten anderer Parteien und Bürgerinitiativen im politischen Prozess.“ Zudem soll es ein Rederecht für Bundesräte und Europaabgeordnete sowie für Rechnungshofpräsident des Bundes bzw. Rechnungshofdirektor und Volksanwälte im Landtag geben, die Nominierung des Landesrechnungshofdirektors als Minderheitenrecht und einen Ausschussvorsitzenden im Rechnungshof durch eine Minderheitsfraktion.

SPÖ NÖ Landesparteivorsitzender schlägt Bürgermeister-Direktwahl vor
Auch auf Gemeindeebene fordert der SPÖ NÖ Vorsitzende Reformen: Grundsätzlich soll jeder Wahlberechtigte mit einem Wohnsitz in NÖ nur einmal wahlberechtigt sein, außerdem soll auch hier der Entfall des Grundsatzes „Name vor Partei“ gelten. Schnabl schlägt außerdem die Bürgermeister-Direktwahl vor: „Wir wollen hier dem Beispiel anderer Bundesländer folgen – unter gleichzeitiger Anpassung der NÖ Gemeindeordnung, damit Gemeinden, in denen Bürgermeister nicht der Mehrheitsfraktion angehören, regierbar bleiben und gleichzeitig Minderheitenrechte gestärkt werden.“ Zudem sollen der nichtamtliche Stimmzettel bei Gemeinderatswahlen entfallen und das passive Wahlrecht so eingeschränkt werden, dass die Annahme eines Mandats nur in einer Gemeinde möglich bzw. für die Wahl zum geschäftsführenden Gemeinderat bzw. Stadtrat oder Bürgermeister ein Hauptwohnsitz Voraussetzung ist. Weitere Reformpläne sind die Schaffung von Bürgerfragestunden, die Einberufung von Gemeindeversammlungen sowie die Schaffung des Instrumentes einer Volksabstimmung auf Gemeindeebene und von Beiräten für Schule, Kindergärten, Verkehr, Senioren und Katastralgemeinden.

Rechte der BürgerInnen stärken
„In Zeiten, wo die Wahlbeteiligungen sinken, ist für die Sozialdemokratie wichtig, dass wir das Vertrauen der WählerInnen und BürgerInnen in die Demokratie stärken. Deshalb bin ich sehr froh, dass Franz Schnabl mutig und entschlossen im Interesse der LandesbürgerInnen ein Demokratiepaket diskutieren möchte“, sagt der Präsident des sozialdemokratischen GemeindevertreterInnenverbandes, LAbg. Bgm. Rupert Dworak: „Als NÖ GVV-Präsident ist mir dabei ganz wichtig, dass wir die Rechte der BürgerInnen stärken und jeden Missbrauch eindämmen. Das Wahlrecht für die Zweitwohnsitzer gehört ganz klar definiert, das Persönlichkeitswahlrecht am amtlichen Stimmzettel gestärkt. Mit der immer wieder stattgefundenen Beugung des Wahlrechts am nichtamtlichen Stimmzettel muss endlich Schluss sein. Und wenn man mit der Briefwahlkarte wählen geht, dann muss es künftig mindestens einen persönlichen Kontakt mit dem Gemeindeamt geben.“

Ziel der Landespolitik muss es sein, praktikable Gesetze zu beschließen, die für die BürgerInnen die größtmögliche Transparenz gewährleisten, sagt SPÖ NÖ Klubobmann Alfredo Rosenmaier: „Daher wollen wir ein Gesamtpaket, dass sich zusammensetzt aus ‚Ein Hauptwohnsitz – eine Stimme‘, ‚Ein/e WählerIn – eine Vorzugsstimme für einen Kandidaten‘, ‚Ein Politiker – ein GR-Mandat‘.“ Im Wählerregister dürfe es keine intransparenten Automatismen und keine schwammigen Kann-Bestimmungen mehr geben, erklärt der Landespolitiker: „Wir brauchen Klarheit für die WählerInnen, die Wahlkommissionen und Gemeinden, um Anfechtungen aufgrund offen gelassener Interpretationsspielräume keine Chance mehr zu geben.“

Die Chance, einen Demokratieschub für Niederösterreich herbeizuführen solle genutzt werden, sagt Rosenmaier: „Die ÖVP wäre gut beraten, mit allen Parteien gemeinsam Niederösterreich neu zu denken und weiter zu diskutieren und gemeinsame Lösungen zu finden. Beginnend mit einer transparenteren Gestaltung der Regierungsarbeit, dem Ausbau der Minderheitenrechte im NÖ Landtag, die Stärkung der Mitbestimmung durch die BürgerInnen bis hin zu einer grundlegenden Reformierung des geltenden Wahlrechts.“

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Rupert Dworak, Franz Schnabl, Alfredo Rosenmaier
Gemeindetag 2017 Salzburg: Kommunen fordern Staatsreform und Neuordnung der Kompetenzen

Gemeindetag 2017 Salzburg: Kommunen fordern Staatsreform und Neuordnung der Kompetenzen

Kommunen fordern Staatsreform und Neuordnung der Kompetenzen.

Vor mehr als 2.300 Gemeindevertreter/innen richtete der neue Chef des Gemeindebundes, Bgm. Alfred Riedl, heute einige eindringliche Forderungen an die Bundespolitik und eine künftige neue Bundesregierung: „Zum einen sind wir natürlich besorgt darüber, dass kurz vor der Wahl allerlei Beschlüsse und Vorhaben auf den Weg gebracht werden, die viel Geld kosten und die öffentlichen Haushalte – darunter auch die Gemeinden – stark belasten werden“, so Riedl. „Zum anderen haben wir in den Kommunen Reformvorschläge, von denen wir erwarten, dass die nächste Bundesregierung sich darum kümmert.“

Die letzten Tage“, so Riedl, „erinnern mich an die Nacht des großen Füllhorns im Jahr 2008, als im Spiel der freien Kräfte im Parlament Dinge beschlossen wurden, die mehr als vier Milliarden Euro gekostet haben.“ Der Gemeindebund werde sehr genau darauf achten, dass es in den nächsten Monaten nicht zu Mehrbelastungen für die Gemeinden komme. „Wir haben im Finanzausgleich einiges erreicht, u.a. einen Struktursfonds für schwache Gemeinden. Wir können uns das nun nicht kaputt machen lassen dadurch, dass auf Bundesebene hemmungslos Geld ausgegeben wird, das Länder und Gemeinden aufzubringen haben.“

Scharfe Kritik übte der neue Gemeindebund-Chef an der überbordenden Bürokratie. „Wir sind tagtäglich mit neuen Vorschriften und Gesetzen konfrontiert“, so Riedl. „Unser Aufwand zur Bewältigung von komplexen bürokratischen Vorschriften steigt jeden Tag. Wir müssen Aufgaben- und Ausgabenverantwortung wieder in eine Hand bringen.“ Die Schulverwaltung sei dafür ein gutes bzw. schlechtes Beispiel. „Anstatt die Bürokratie zurückzudrängen und damit die Ursache zu bekämpfen sollen wir Gemeinden nun den Schulen zusätzliches Verwaltungspersonal zur Verfügung stellen, damit die Symptome bekämpft werden können.“

Österreich brauche, so Riedl, dringend eine Staatsreform, um den gordischen Knoten an Zuständigkeiten zu zerschlagen. „Es ist schade, dass im Österreich-Konvent, wo es über viele wichtige Dinge Konsens gab, am Ende nichts umgesetzt wurde, weil man an den letzten zehn Prozent gescheitert ist“, so Riedl. „Ich appelliere hier und heute an den Herrn Bundespräsidenten, an Minister Sebastian Kurz und an die gesamte Bundesregierung: Lassen Sie uns diese Reform endlich angehen, die Zeit ist reif!“

Ein wesentlicher Teil einer Reform, sagt Riedl, könnte auch die direkte Vertragsfähigkeit für die Gemeinden mit dem Bund und den Ländern sein. „Wir verlieren oft viel Zeit und Kraft, weil alles über 15a-Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern gelöst werden muss, obwohl es eigentlich die Gemeinden betrifft. Es wäre gescheiter, wenn man hier direkte Verträge mit den Gemeinden, respektive den kommunalen Interessensvertretungen, schließt. Das funktioniert ja beim Finanzausgleich genauso.“

In weiterer Folge sprach Riedl einige konkrete Forderungen der Gemeinden an. Eine Wahlrechtsreform mit Verbesserung der Briefwahl und Auszählung aller Stimmen in der Gemeinden ist eine davon. „Was wir mit Sicherheit nicht brauchen, das ist ein zweiter bundesweiter Wahltag“, so Riedl. Auch den Masterplan für den ländlichen Raum fordert der Gemeindebund ein. „Früher hatten wir einen Grundkonsens darüber, dass es ein Mindestmaß an Infrastruktur für alle Menschen in diesem Land geben muss. Wasser, Kanal, Müllabfuhr, Straßennetz und der Zugang zu Bildung. Darum hat man sich bemüht, um allen Menschen einigermaßen gleichwertige Lebensbedingungen bieten zu können. Dieses Bekenntnis brauchen wir jetzt umso mehr, wir können und dürfen nicht alles zusperren in den ländlichen Räumen, nur weil sich jeder die Rosinen in der Infrastruktur herauspicken will.“

Die Gemeinden, so Riedl, seien die Orte der kommunalen Nahversorgung. „Es geht hier um viele Formen der Grundversorgung“, so Riedl. „Wir können nicht überall einspringen, wo die Systeme versagen. Wir können dauerhaft nicht mitzahlen, wenn wir Hausärzte haben wollen, wir können auch nicht an den Bankomaten mitzahlen, weil wir sonst keine mehr bekommen. Wir sind auch nicht dafür da, um Greißler, Wirtshäuser oder Postpartner zu führen. Es ist ein eklatantes Systemversagen, dass wir überhaupt in dieses Dilemma kommen. Wir brauchen hier auch eine Solidarität der Wirtschaft mit dem ländlichen Raum. Es kann nicht sein, dass Unternehmen und Konzerne ihre Gewinne privatisieren und die Verluste sozialisieren wollen.“

Die Gemeinden“, so Riedl, „sind die mit Abstand bürgernächsten Einheiten. Wir wissen, wo die Menschen Sorgen und Anliegen haben, wir können auch vieles leisten. Aber wir können nicht für alles die Ausfallshaftung übernehmen. Und wir erwarten uns, dass die Bürgermeister/innen nicht nur in Sonntagsreden gelobt werden, sondern auch, dass man uns anhört und einbezieht, wenn es um neue bundespolitische Vorhaben geht.“

Ich danke Ihnen, den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, sehr herzlich für Eure Arbeit. Ihr seid die, die jeden Tag dafür sorgen, dass kommunale Dienstleistungen und Angebote in unseren Gemeinden funktionieren. Ich weiß, dass das nicht immer leicht ist, aber die Menschen wissen das sehr zu schätzen“, so Riedl abschließend.

Quelle: Österreichischer Gemeindebund 

Am Bild: Die Top-Vertreter der österreichischen Gemeinden (u.a.: Gemeindebundpräsident Alfred Riedl, 5.v.r., Vizepräsident Rupert Dworak, 6.v.r.)

Wahlkampfstimmung beim NÖ GVV „Sommerabend in Rot“

Wahlkampfstimmung beim NÖ GVV „Sommerabend in Rot“

Der schon traditionelle „Sommerabend in Rot“ der sozialdemokratischen GemeindevertreterInnen ging heuer am 27. Juni im Kremser Kloster Und über die Bühne.

In der Statutarstadt stehen im Herbst Wahlen an und der NÖ GVV wollte damit ein Zeichen der Unterstützung von Bgm. Reinhard Resch und seines Teams setzen. Aber auch die bevorstehenden Urnengänge in Bund und Land ließen bei den rund 400 MandatarInnen Wahlkampfstimmung aufkommen. Auch der mit 98,8 Prozent frisch gewählte SPÖ NÖ-Vorsitzende Franz Schnabl wurde von den Gästen, darunter viele BürgermeisterInnen, gefeiert.Bgm. Reinhard Resch: 
„Es ist einfach großartig, dass ein Roter in einem Kloster so viele andere Rote begrüßen kann.“

„Ich habe mich beim Landesparteitag richtig wohl, wie daheim, gefühlt – und ich hoffe, dass ihr euch auch hier in Krems wie daheim fühlt. In einer der lebenswertesten Städte Österreichs. Wir haben es hier geschafft, unser wertvolles Erbe, unser Kulturgut mit den Herausforderungen von jetzt zu verbinden. Das hat schon vor 20 Jahren mit meinen sozialdemokratischen Vorgängern Ewald Sacher und Erwin Kirschenhofer begonnen. Wir hatten über lange Zeit immer einen Klotz am Bein – die Stadtfinanzen. Gemeinsam mit Wr. Neustadt waren wir die am höchsten verschul-dete Stadt Österreichs. Und es war Vizebürgermeister Kirschenhofer, der dann die Marke Bil-dungs- und Kulturstadt Krems im Gemeinderat beschließen ließ. Und die nächsten 20 Jahre ist es hier dann in Krems steil bergauf gegangen. Heute haben wir den höchsten Schüler- und Studen-tenanteil in Europa. Und dass Krems heute so gut da steht und in den vergangenen fünf Jahren auch finanziell komplett saniert wurde, da ist schon sehr viel SPÖ dabei.“
Landesparteivorsitzender Franz Schnabl:
„Wenn ich an die Landespolitik denke, dann ist Transparenz das, was wir uns unbedingt auf die Fahnen schreiben müssen. Damit wir mehr Demokratie, mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung, aber auch mehr Diskussion über die richtigen und wichtigen Dinge, die Themen, die die Menschen wirklich bewegen, in diesem Land herbeiführen können.“

NÖ-GVV Präsident LAbg. Bgm. Rupert Dworak:
„Wir haben ja mit dem Franz Schnabl jetzt einen Mann, der für uns zum Symbol geworden ist: der Mister 98,8 Prozent. Und ich wünsche uns für Krems, dass wir hier die Hälfte davon erreichen und ansonsten mindestens ein Drittel – dann geht es der Sozialdemokratie auch im Bund und im Land sehr gut!“

 

Ebenfalls beim GVV-Sommerabend: Landeshauptfraustellvertreterin Mag.a Karin Renner, Landes-rat Ing. Maurice Androsch, AK-Präsident Markus Wieser, FSG-Vorsitzender Bundesrat Rene Pfister, NÖ GVV-Ehrenpräsident Bernd Vögerle, PV-Landespräsident Dr. Hannes Bauer; die Landespartei-geschäftsführer Reinhard Hundsmüller und StR Robert Laimer, der Abgeordnete zum NR Hannes Weninger, Klubobmann Bgm. Alfredo Rosenmaier, die Landtagsabgeordneten Bgm.in Renate Gru-ber, Doris Hahn, Karin Scheele, Günther Sidl; NÖ Volkshilfe-Präsident Prof. Ewald Sacher und KR Paul Ambrozy von der Wiener Städtischen.

Bild GVV-Sommer 17-1 (v.l.): LPV Franz Schnabl, NÖ GVV-Präs. Rupert Dworak, Bgm.in Karin Go-renzel, LH-Stv. Karin Renner, LR Maurice Androsch, LAbg. Bgm.in Renate Gruber, Bgm. Reinhard Resch.
Fotos: NÖ GVV/Werner Jäger

Zu den Fotos vom Sommerabend 

Landesparteitag: Franz Schnabl mit 98,8 % zum Vorsitzenden der SPÖ Niederösterreich gewählt

Landesparteitag: Franz Schnabl mit 98,8 % zum Vorsitzenden der SPÖ Niederösterreich gewählt

Schnabl: „Wir wollen unser wunderschönes Niederösterreich neu gestalten und mehr Offenheit, Transparenz und Mitgestaltungsmöglichkeiten schaffen.“

480 Delegierte und rund 500 Gastdelegierte fanden sich heute Samstag, den 24. Juni, im VAZ St. Pölten ein um ihren neuen Parteivorsitzenden zu wählen. Franz Schnabl durfte sich dabei über beinahe einstimmige Zustimmung erfreuen, er konnte 98,8 % der Delegiertenstimmen auf sich vereinen.

In seinem Referat betonte der neue SPNÖ-Landesparteivorsitzende, dass „Niederösterreich nicht einer Partei gehöre, Niederösterreich gehöre den Menschen. Ich sehe ein Ende der ‚politischen Atemnot‘ in diesem Bundesland. Jetzt ist die Zeit Niederösterreich neu zu denken und klare Verhältnisse für Österreich zu schaffen. Wir wollen unser wunderschönes Bundesland für und mit den NiederösterreicherInnen neu gestalten und das Land mit mehr Offenheit, Transparenz und Mitgestaltungsmöglichkeiten fluten“.

Man spüre jedenfalls die Wechselstimmung, die Suche nach politischen Alternativen zwischen dem Waldviertel und der Buckligen Welt, zwischen dem Most- und Weinviertel. Die Sozialdemokratie „sei stets die entscheidende Kraft gewesen Fortschritt, Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit für das Land und seine BürgerInnen durchzusetzen“.

„Niederösterreich brauche eine Offensive, um als Vorreiter in die digitale Zukunft voranzugehen. Die ÖVP habe geradezu lächerliche 90 Millionen dazu in Aussicht gestellt. Wenn wir unser Niederösterreich positiv in die digitale Zukunft führen wollen – mit neuen Jobs, fair bezahlter Arbeit und gleichzeitig soziale Gerechtigkeit garantieren möchten – dann müssen wir in größeren Dimensionen denken und vor allem rasch handeln“, so Schnabl.

Landesweite leistungsfähige Breitbandverbindungen, massive Investition in Bildung und Ausbildung in technische Berufe und eine gezielte Start-up-Förderung würden ein 500-Millionen-Euro-Paket notwendig machen. Weitere Schwerpunkte der niederösterreichischen Sozialdemokratie setzt Schnabl im Bereich der Festschreibung eines kollektivvertraglichen Mindestlohns, „damit die sogenannten ‚Working poor‘ endlich der Vergangenheit angehören“. Im Bereich „Soziales“ kritisiert Schnabl die ÖVP NÖ scharf, die „in die Arbeitslosigkeit geratene Menschen, jene, die persönliche Schicksalsschläge erlitten hätten oder einfach arbeiten, aber unter der Mindestsicherung verdienen würden, an den Rand der Armut drängen würde“. Dabei habe die ÖVP bereits einen weiteren Schritt namens Hartz IV im Auge. „Hartz IV, oder besser ‚Kurz IV‘, greift sowohl in die Sparschweine unserer Kleinsten, wie auch in die Geldbörsen der älteren Generation“, so Schnabl, der betont: „Die Politik hat dafür zu sorgen Arbeitsplätze zu schaffen und Menschen wieder in den Arbeitsprozess zu führen. Wir müssen Menschen Zukunftschancen geben“.

Leistbares Wohnen, die Abschaffung des Pflegeregresses, der Ausbau der Kinderbetreuung, die beste Bildung für die Kleinsten und die Möglichkeiten der Mitbestimmung der Landsleute bildeten die weiteren Schwerpunkte. „Ich möchte, dass junge Familien leistbaren Wohnraum bekommen. Ich möchte, dass das hart Ersparte der älteren Generation, wenn sie Pflege brauchen, nicht angetastet wird und ich möchte, dass die NiederösterreicherInnen ein entscheidendes Wörtchen mitreden können. Dafür wird die Sozialdemokratie kämpfen. Denken wir gemeinsam Niederösterreich NEU“, so Franz Schnabl.

Bundeskanzler Christian Kern brachte die Delegierten und Gäste gleich zu Beginn des Landesparteitags in Stimmung. „Nun es an der Zeit, die Rezepte der Vergangenheit in die Zukunft zu bringen. Wenn wir wissen, wo wir herkommen und wenn wir wissen, wo wir hinwollen, dann können wir glaubhaft unsere Politik vermitteln“, so Kern. Er werde ganz konkrete politische Projekte vorlegen. „Die Sozialdemokratie wird darauf schauen, dass die 95 Prozent Leistungsträger nicht gegenüber den fünf Prozent der Privilegierten das Nachsehen haben.“

„Natürlich wäre es einfach gewesen, sich aus der Verantwortung zu abschieden. Ich habe mich aber bewusst dafür entschieden, die Verantwortung wahrzunehmen, weil ich überzeugt bin, dass man mit Österreich nicht spielt“, so der Bundeskanzler in Richtung ÖVP, die ja die Koalition platzen ließ. „Zuerst komme das Land, zuerst komme Österreich und erst danach die Partei“, stellte Kern klar.

Für Kern haben die letzten zwölf Monate gezeigt, dass es wieder in die richtige Richtung gehe. Erstmals seit sechs Jahren sei die Arbeitslosigkeit zurückgegangen und die Einkommen seien wieder gestiegen. „Wir werden heuer ein Wirtschaftswachstum haben, das besser sein wird als in den anderen EU-Mitgliedsstaaten“. Sein Zukunftsbild, mit dem er Österreich weiterführen wolle, sei ein Österreich zu bauen, das mit Mut und Stolz an der Spitze stehe. Wie das erreicht werden könne, sei im Plan A deutlich zum Ausdruck gebracht worden. „Das Wichtigste, an dem wir uns messen lassen wollen, ist Beschäftigung für die Österreicherinnen und Österreicher zu schaffen.“ Deshalb seien 200.000 neue, zusätzliche Jobs sein Ziel, um die Arbeitslosigkeit zu halbieren. „Unsere Strategie kann es nur sein, besser zu sein als andere Länder, und nicht billiger.“ Das wichtigste Thema dabei sei Ausbildung. „Die Bildungsreform ist deswegen konsequent voranzutreiben. Jeder soll seine faire Chance bekommen“, hielt Kern fest. Schließlich sei es ihm ein Anliegen, so Kern, dass man für ordentliche Arbeit auch ordentliche Löhne bekomme. „Was wir uns nicht leisten können, ist das jemand 40 Stunden die Woche arbeitet und kein ordentliches Leben führen kann.“ Er trete deshalb für einen Mindestlohn von 1.500 Euro ein, und das steuerfrei. Die Steuervermeidungsstrategien der Großkonzerne halte er für einen „Megaskandal“. „Wir werden voller Stolz, Seite an Seite, Schulter an Schulter, die nächsten Monate erfolgreich für Österreich gestalten“, so BK Kern.

„Ich will weiterhin dafür sorgen, dass dieses Bundesland ein rotes Herz hat denn das Herz ist ein zentrales Organ des Körpers. Es ist ganz dringend notwendig, es ist gerade in NÖ notwendig, dass das Herz rot schlägt. Wir werden NÖ von diesem Zentrum aus mehr rot geben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die mich in den vergangenen Jahren unterstützt und begleitet habe. Es ist mit gelungen, die Partei zu stabilisieren und zu konsolidieren. Wir haben auch viel erreicht, wie haben wieder Bedarfszuweisungen für unsere Gemeinden erstritten, wir haben mehr Wohnbauförderungsmittel erstritten und vieles mehr für die Menschen in den Städten und Gemeinden“, so der Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, Mag. Matthias Stadler, in seiner Rede als scheidender Landesparteivorsitzender.

„Am Anfang unserer Bewegung stand die industrielle Revolution und die Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit. Heute stehen wir oder sind wir mitten drinnen – nämlich in der digitalen Revolution. Der Kampf um Gerechtigkeit wird aber nicht enden, diesen Kampf braucht es weiterhin. Franz Schnabl und die SPNÖ werden mit einem Pan A für NÖ mit 100 Projekten und Initiativen in die Zukunft gehen! Franz trägt die Fackel voran, lieber Christian auch von mir volle Unterstützung für den 15. Oktober. Wir werden alles daran setzen das du mit dem Plan A in der Hand als erster über die Ziellinie gehst“, so Stadler, der am Ende seiner Ausführungen ein treffendes „Farbenspiel“ platzierte. „Ich möchte das NÖ und St. Pölten nicht ‚zu Kurz‘ kommt, sondern wir ‚zum Kern‘ der Sache kommen. Die Farbe Rot bedeutet Wärme und Freundschaft. Türkis, von denen viele in der ÖVP und FPÖ derzeit liebäugeln, bedeutet in der Farbenlehre Kälte – und das auch in der Politik. Ich versichere dir, lieber Franz Schnabl, meine volle Unterstützung, du bist nun unser Kapitän und wir werden dafür sorgen, dass wir dir als Stürmer auf dem Spielfeld die richtigen Bälle zuspielen. Wir laufen für dich, darauf kannst du dich verlassen!“, so Stadler, der als Erinnerung von seinen Team in der Landespartei einen Kastanienbaum überreicht bekam.

„Wir haben die nächsten Monate ein bisserl was zu tun, es gibt einiges an Wahlen zu managen. Wichtig ist sicher, wie präsentiert sich die SPÖ in den Bundesländern, wir haben mit NÖ und Wien eine besondere Verantwortung“, überbrachte Wiens Bürgermeister Michael Häupl die Grußadresse der Bundesländer. „Wir sind bereit uns dieser Verantwortung zu stellen. Die Stimmung ist das man kämpfen will – denn immer dann, wann es etwas Wichtiges zu entscheiden gab, war der Herr Außenminister nicht dabei. Wir werden ihn in den kommenden Wochen fragen, was er zu den wirklichen wichtigen Politikfeldern sagt, die essentiellen Fragen, die Österreich weiter bringen und besser machen soll – und wenn er keine Antworten hat, dann soll er lieber für immer schweigen. Wir werden gemeinsam mit Niederösterreich unseren Beitrag leisten. Alles Gute, lieber Franz, wennst uns brauchst, wir sind da!“, so Häupl.

Gabriele Heinisch-Hosek betonte in ihrem kurzen Redebeitrag wichtige Schwerpunkte der SPÖ-Frauenpolitik. „Besonders die Frauen brauchen einen Mindestlohn 1.500 Euro, damit sie einen Lohn bekommen, von dem man leben kann. Wenn es einer Gesellschaft gut geht, dann muss es auch den Frauen gut gehen. Es geht uns in Österreich gut, da ist noch Luft nach oben“, so die Bundesfrauenvorsitzende, die auch flexible Arbeitszeitmodelle sowie eine Frauenquote in den Unternehmensleitungen ansprach.

BM Sonja Hammerschmid, die am heutigen Tag ihren Geburtstag feierte, referierte kurz über die zentralen Inhalte und Vorhaben der Bildungspolitik.

Franz Schnabl bedankte sich am Ende des Parteitags „für die Ehre und das übergroße Vertrauen“. Schnabl: „Wir machen Politik weil wir wollen, dass es den Menschen in diesem Land besser geht.“

Zahlreiche Politikprominenz war in St. Pölten zugegen, neben den Landesregierungsmitgliedern LHStv. Mag. Karin Renner und LR Ing. Maurice Androsch sowie Klubobmann Alfredo Rosenmaier auch Wiens Vzbgm. Renate Brauner, EU-Abg. Karin Kadenbach, Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler, ÖGB-Vorsitzender Erich Foglar, GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian, Prof. Dr. Hannes Bauer, Präsident des NÖ Pensionistenverbandes, Prof. Ewald Sacher, Präsident Volkshilfe NÖ, LAbg. Rupert Dworak, Präsident des NÖ GVV, Dr. Hannes Androsch sowie zahlreiche Mandatarinnen und Mandatare aus den gesetzgebenden Körperschaften sowie aus den Städten und Gemeinden.

NÖ GVV-Präsident Rupert Dworak: „Die fast 99 Prozent Zustimmung zum neuen Landesparteivorsitzenden machen deutlich, ich wie hoch das Vertrauen in und die Begeisterung über Franz Schnabl ist. Mit ihm herrscht im Land nun echte Aufbruchsstimmung. Ich bin überzeugt davon, dass wir heute den richtigen Mann zur richtigen Zeit gewählt haben. Ich wünsche Franz Schnabl für seine große Aufgabe alles Gute und viel Erfolg.“  

Am Bild: BK Christian Kern (r.) gratuliert dem neuen Landesparteivorsitzenden Franz Schnabl. 

 
Gemeindebundspitze bei Bundespräsident Van der Bellen

Gemeindebundspitze bei Bundespräsident Van der Bellen

Der neue Präsident des Österreichischen Gemeindebunds, Alfred Riedl, und sein Vize Rupert Dworak absolvierten gestern in der Hofburg ihren Antrittsbesuch beim Bundespräsidenten.

Am 21. Juni 2017 waren der neue Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl und sein Vizepräsident Rupert Dworak zu Gast bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen. In guter Arbeitsatmosphäre wurden gemeinderelevante Themen besprochen. Der Bundespräsident ist nächste Woche auch zu Gast beim Österreichischen Gemeindetag in Salzburg und wird dort vor mehr als 2.300 GemeindevertreterInnen sprechen.

Dworak nach dem Besuch:“Ein sehr angenehmer Termin. Wir sind alle schon sehr gespannt, was der Herr Bundespräsident bei seinem Auftritt in Salzburg vor den österreichischen GemeindevertreterInnen in diesen Zeiten, die ja alles andere als leicht sind, zu sagen haben wird.“  

Am Bild (v.l.): Generalsekretär Leiss, Präsident Riedl, Bundespräsident Van der Bellen, Vizepräsident Dworak.

Foto: Öst. Präsidentschaftskanzlei/HBF/Peter Lechner

Dworak: Bürger-Service ‚NeuÖ‘ denken – direkt zu den NiederösterreicherInnen

Bürger-Service in Niederösterreich soll effizienter, schneller und bürgernäher werden.

„Die Gemeindeämter in Niederösterreich sollen die alleinigen Anlaufstellen für standardisierte Anliegen der Bürger, wie einen Führerschein zu lösen, einen Personalausweis oder einen Reisepass zu beantragen etc., werden und die Bezirkshauptmannschaften sollen dann als Kompetenzzentren für die Gemeinden tätig werden“, spricht sich der Kommunalsprecher der SPNÖ, NÖ GVV-Präsident LAbg. Bgm. Rupert Dworak, im Rahmen der Budgetdebatte für ein ‚NeuÖ‘-Denken der derzeitigen kommunalen Service- und Verwaltungsstruktur aus.
Bei mehreren kleineren Gemeinden könnten einzelne Aufgaben durch eine Gebietsgemeinde übernommen werden. Schon jetzt macht man mit Gemeindeverbänden gute Erfahrungen, eine Weiterentwicklung sei daher sicher sinnvoll. Zudem könnten sich größere Bezirkshauptmannschaften leichter spezialisieren und auch seltene Aufgaben professionell bewältigen.
Eine einschlägige Untersuchung würde aufzeigen, dass kleine, einwohnerschwache Bezirke bei den Bezirkshauptmannschaften relativ höhere Personalkosten verursachen als größere Einheiten. So würden kleine Bezirke unter 40.000 Einwohner einen um etwa zwei Drittel höheren Personalaufwand je Einwohner verzeichnen als große Bezirkshauptmannschaften über 80.000 Einwohner. Auch die neuen Technologien ermöglichen es, dass künftig Gemeinden oder Gebietsgemeinden viele Aufgaben der Bezirkshauptmannschaften erledigen können.
Dworak weiter: „Es ist nicht mehr zeitgemäß und nebenher auch nicht besonders umweltschonend, wenn die NiederösterreicherInnen oft viele Kilometer weit zu ihrer BH pilgern müssen, um sich einen Führerschein, einen Personalausweis oder einen Reisepass zu lösen. Mit einer Bürger-Service-Bündelung und der Digitalisierung kommt man direkt zu den Bürgern und erspart den Betroffenen oft weite Anfahrtswege. Die Voraussetzungen für die geforderte Umstrukturierung in der Verwaltung sind in vielen Gemeinden durch Bürger-Servicestellen bereits geschaffen worden. Die Leistungen könnten in der eigenen Gemeinde oder – in kleinen Kommunen – im Gemeindeverbund angeboten werden. Wir fordern daher die NÖ Landesregierung auf, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen um das Bürger-Service in Niederösterreich effizienter, schneller und bürgernäher zu gestalten“, so Dworak abschließend.