Die finanzielle Zukunft von Städten und Gemeinden muss gesichert sein!

Die finanzielle Zukunft von Städten und Gemeinden muss gesichert sein!

Die schwarz-grüne Regierung bringt Städte und Gemeinden in Finanznot – dadurch entsteht für die nächste Regierung enormer Handlungsbedarf, um wichtige Leistungen aufrechterhalten zu können.

Anfang April hat der österreichische Gemeindebund die SPÖ-Fraktion im Gemeindebund aufgefordert, ein Forderungspapier an die künftige Bundesregierung zu übermitteln. Dieser Bitte ist die SPÖ-Fraktion gerne nachgekommen und hat dem Gemeindebund ein Papier übermittelt, welches sich in kurz- mittel-, und langfristig notwendige Maßnahmen gliedert. Der Bundesvorsitzende des Sozialdemokratischen GemeindevertreterInnenverbandes (GVV) und Kommunalsprecher der SPÖ im Parlament Bgm. Andreas Kollross (Bild) betont:

„Die schwarz-grüne Bundesregierung weist in puncto Kommunalpolitik eine katastrophale Bilanz auf. Die Städte und Gemeinden werden von ÖVP und Grünen eiskalt im Stich gelassen – die Finanzierung wichtiger Leistungen ist in akuter Gefahr. Darum wollen wir jetzt schon der künftigen Bundesregierung – egal, wer darin vertreten sein wird – unsere Forderungen für Städte und Gemeinden übermitteln. Die finanzielle Zukunft für Städte und Gemeinden muss abgesichert werden, damit wir die Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger aufrechterhalten können“, so Kollross.

Auch die Steuerreform wirkt sich negativ auf die Finanzen der Städte und Länder aus. Das Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) hat prognostiziert, dass im Jahr 2024 rund die Hälfte aller 2.093 Gemeinden zu Abgangsgemeinden werden. Das zeigt, wie dringend der Handlungsbedarf ist.

„Wir werden die nächste Bundesregierung an ihren Taten messen. Unsere Forderungen sind ganz klar und transparent. Nach der Katastrophen-Bilanz der schwarz-grünen Bundesregierung liegt die Latte für die künftige jedenfalls sehr niedrig“, so Kollross.

Die Forderungen der SPÖ-Fraktion im Gemeindebund sind:

Kurzfristig:

  • +  Zurverfügungstellung eines nicht zweckgebundenen Gemeindepakets in Höhe von 1 Milliarde Euro, um die operative Liquidität der Gemeinden zu sichern.
  • + Umwandlung der Sondervorschüsse (300 Millionen Euro) in verlorene Zuschüsse.
  • + Fristverlängerung um zwei Jahre beim KIP, damit Zeit verbleibt, um durch intelligente Zwischenlösungen die Kofinanzierung durch die Gemeinden, auch in Zusammenarbeit mit den Ländern, sicherzustellen
  • + Totalreform der Grundsteuer, um seitens des Bundes in Kauf genommene Einnahmenminderungen (von zumindest 380 Millionen Euro jährlich) bei den Gemeinden infolge einer fast 50-jährigen Unterlassung der Einheitswertfeststellungen endlich zu beseitige
  • + Bodenschutzplan mit Augenmaß, um den Gemeinden nicht den Spielraum für Betriebsansiedelungen und Wohnbau zu nehmen
  • + Vorarbeiten für eine Evaluierung von Aufgaben und Finanzströmen zwischen den Gebietskörperschaften mit dem Ziel der Zuordnung der Aufgaben Elementarpädagogik, Krankenanstalten, Pflege) zu den Ebenen, welche die Aufgabe am besten und kosteneffizientesten erledigen können und der entsprechenden Zuordnung der Finanzmittel.

Mittelfristig:

  • + Erarbeitung eines treffsicheren Modells der Vermögensbesteuerung.
  • + Erarbeitung eines Modells der Besteuerung von Umwidmungsgewinnen.

Langfristig:

  • + Beschluss einer gesamthaften Staatsreform im Sinne der Empfehlungen aus der Evaluierung von Aufgaben und Finanzströmen zwischen den Gebietskörperschaften als Grundlage für einen neuen Finanzausgleich, der den Grundsätzen der Finanzverfassung (wieder) Rechnung trägt. Ein erster Schritt wäre die bereits eingeforderte Anhebung des Gemeindeanteils in der vertikalen Verteilung auf 15 Prozent.
„Ein Lächeln reinbringen“

„Ein Lächeln reinbringen“

„Ein Lächeln reinbringen“

„In der Gemeinde geht es nicht um große Politik. Mit geht‘s um die Lebensqualität, um ein friedliches und schönes Miteinander.“ Dafür ist Antonia Hammer nicht nur politisch, sondern auch künstlerisch unterwegs. Mit Erfolg auf beiden Gebieten.

 

„Kommt der Xiberger wieder durch?“, lacht Antonia Hammer. Auch nach 30 Jahren in Mitterndorf an der Fischa (Bezirk Baden) kann sie ihre Vorarlberger Herkunft nicht verleugnen. Was sie auch gar nicht will. In die Schule gegangen ist sie im Ländle, in der Schweiz und in Tirol, bevor es dann nach Wien weiterging. In Mitterndorf gelandet ist sie auf der Suche nach einem Haus in der Nähe des Flughafens, weil ihr Mann beruflich sehr viel unterwegs sein musste.

Geschäftsführende Gemeinderätin Antonia Hammer, 68

„Du kommst in den Ort rein und fühlst dich wohl“

Mit fünf Kindern sind sie seinerzeit eingezogen – in ein halbfertiges Haus. „Keine Türen, kein Wasser, keinen Strom“. Schon damals war sie von der Hilfsbereitschaft der MitterndorferInnen positiv überrascht. „Wenn du Hilfe brauchst, sind sie da.“ Das zeichnet die Menschen hier auch heute noch aus, erzählt sie mit Stolz. „Ich lebe gerne hier. Das ist das erste Mal, dass ich wirklich wo zu Hause bin. Du kommst in den Ort rein und fühlst dich wohl.“

Als ihr die Frage gestellt wurde, ob sie nicht für die SPÖ im Gemeinderat mitmachen wolle, hat sie sich zuerst mit ihren Kindern beraten. „Weil wenn ich was mache, dann mach ich`s zu hundert Prozent.“ Und das über viele Jahre. Bürgermeister Thomas Jechne, den wir kurz treffen, erinnert sich, dass Antonia für ihn schon zum „Urgestein“ gehörte, als er selbst in die Politik einstieg. Heute ist sie als geschäftsführende Gemeinderätin für Kindergärten zuständig.

Im Büro des Bürgermeisters hängt etwas von Antonia, das nichts mit ihrer politischen Arbeit zu tun hat: Ein abstraktes Gemälde aus einer Venedig-Serie. Antonia Hammer malt seit vielen Jahren. Vornehmlich abstrakt, weil das der Phantasie des Betrachters mehr Spielraum lässt. Begonnen hat sie als Autodidaktin mit Aquarellen, dann folgten Öl und Acryl. Malen ist aber nicht genug, sie schweißt auch, hat Keramiken und Mosaike gemacht. Das Mosaik auf der Mauer vor ihrem Haus hat sie gemeinsam mit ihren Kindern gestaltet. Ausstellungen gab’s schon quer durch Österreich. Wenn Sie heute Ruhe zum Malen haben will, dann macht sie das in der Gruppe. „Da dreht sich dann 20 Stunden am Tag alles um die Malerei.“ In Griechenland, Italien, Deutschland.      

„Hallo Antonia“

Als Kind hatte Antonia den Traum, Archäologin zu werden. Noch heute interessiert sie sich für alles, was mit Geschichte zu tun hat. Das schlägt sich auch bei der Wahl der Bücher nieder, die sie liest. „Einen historischen Bezug müssen sie haben.“ Ihr beruflicher Weg hat sich dann in eine andere Richtung entwickelt. Als Restaurantleiterin bei McDonalds hat sie viel über Mitarbeiterführung gelernt: „Du musst deine Leute fair behandeln und hinter ihnen stehen. Lass ja nicht den Chef raushängen!“ Die letzten 20 Jahre vor der Pensionierung hat sie im Kindergarten in Mitterndorf gearbeitet. „Es ist schön, wenn du auf der Straße gehst und die Kinder rufen schon von weitem Hallo Antonia!“ Mit dabei: Snoopy, ihr Chihuahua.

„Ich mag es, etwas für den Ort zu bewegen. Da sein, zuhören, helfen, Lebensfreude vermitteln. Ein Lächeln reinbringen.“ Eigentlich ganz einfach, oder? „Ich glaube, andere Menschen mögen meine ehrliche und offene Art.“ Sie engagiert sich in Vereinen, betreut auch in der Pension noch ein Kind mit besonderen Bedürfnissen in der örtlichen Schule. Seit drei Jahren spielt sie in der Theatergruppe mit. „Ich liebe es, auf der Bühne zu improvisieren – manchmal zum Leidwesen der anderen SchauspielerInnen.“

Antonia hört sich gerne Diskussionen an, weil „man dann wieder über seine eigene Meinung nachdenkt und den Standpunkt hinterfragt.“ Zu den VertreterInnen der anderen Parteien im Gemeinderat hat sie ein gutes Verhältnis. Zu kämpfen hat sie mitunter mit den Tendenzen zu einer „Mecker-Gesellschaft“. Und gar nichts anfangen kann sie mit Ausländerfeindlichkeit. „Da geht‘s um Menschen, die alles verloren haben, weit weg von ihrer Heimat sind und denen ist man dann alles neidig? Ich versteh’s nicht.“ Weswegen ihr manche nachsagen, sie sei Mutter Teresa und „sehe in allem was Gutes.“ Ein  Amerika-Aufenthalt zu Weihnachten hat sie wieder einmal überzeugt: „Wir leben in einem tollen Land.“

Antonia Hammer ist eine von jenen, die Freude an ihrem Engagement für die Gemeinschaft haben. Wenn Sie Lust haben, sich in ihrer Gemeinde im Rahmen der SPÖ zu engagieren oder jemanden kennen, dem Sie das vorschlagen wollen – eine kurze Mail an engagement@gvvnoe.at reicht. Wir bringen Sie mit den richtigen Leuten zusammen.

Sidl: „Die EU muss in jedes Rathaus kommen!“

Sidl: „Die EU muss in jedes Rathaus kommen!“

Der niederösterreichische EU-Abgeordnete fordert „gezielte Förderungen für Städte und Gemeinden und einen intelligenten Klimaschutz“. 

„Unser gemeinsames Europa muss vor Ort anfangen“, fordert der niederösterreichische SPÖ-EU-Abgeordnete Dr. Günther Sidl ein klares Bekenntnis der EU zur Zusammenarbeit mit Gemeinden und Städten: „Die EU muss endlich kapieren, was sie an ihren Regionen hat. Nur wenn die EU schon in den Gemeinden spürbar ist, wird sie wirklich bei den Menschen ankommen.“ Ein zentraler Ansatzpunkt ist für Sidl dabei der Kampf gegen den Klimawandel: „Die EU hat es in der Hand, den Klimaschutz im Alltag der Menschen zu verankern. Wir brauchen gute Jobs, Kinderbetreuungsmöglichkeiten und medizinische Versorgung in jeder Stadt und jeder Gemeinde. Dazu kann und muss die EU beitragen – auch durch eine Re-Industrialisierung ohne rauchende Schlote und noch viel gezielteren Investitionen in unsere Regionen.“

Für Günther Sidl bedeutet Klimaschutz eine enorme Chance für mehr Lebensqualität und mehr Beschäftigung in Europa. Aber es muss intelligent vorgegangen werden. „Klimaschutz muss immer mit zwei zentralen Fragen verbunden sein: „Das ganze Projekt wird scheitern, wenn wir die Menschen auf diesem Weg nicht mitnehmen und ihnen Ängste und Sorgen vor Belastungen, der Leistbarkeit sowie negativen Veränderungen nicht nehmen können. Deshalb muss die soziale Frage im Vordergrund stehen – der Green Deal braucht ein starkes rotes Herz! Wir müssen uns bei jeder Entscheidung in Brüssel aber auch die Frage stellen, was das konkret in der Umsetzung in den Gemeinden und Städten sowie für die regionalen Versorger bedeutet.“

Für Sidl ist ganz klar, dass die EU mehr PolitikerInnen braucht, die sich diese beiden Fragen stellen und setzt dabei auf die Europawahl am 9. Juni: „Wir brauchen eine EU, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und die soziale Frage bei allen Themen in den Mittelpunkt stellt. Es geht aber auch um eine gute Infrastruktur und die Versorgung der zentralen Bedürfnisse der Menschen. Die Gemeinden und Städte machen es vor, wie das die öffentliche Hand überaus professionell macht. Wir dürfen das nicht dem Markt überlassen! Die Menschen müssen viel viel stärker spüren, wie die EU für sie da ist!“

Kreuzstetten: Auf Adi Viktorik folgt Bgm. Peter Ullmann

Kreuzstetten: Auf Adi Viktorik folgt Bgm. Peter Ullmann

Der Gemeinderat von Kreuzstetten (Bezirk Mistelbach) hat am 15. April Peter Ullmann (37, Bild) mit 14 von 17 Stimmen zum neuen Ortschef gewählt. Drei Stimmen waren ungültig.

Als Adolf „Adi“ Viktorik (63) Anfang April 2024 zurückgetreten ist, war er fast 10 Jahre lang seiner Heimatgemeinde als Bürgermeister vorgestanden. Während seiner Amtszeit wurden viele Projekte umgesetzt, hier nur ein kleiner Auszug der allerwichtigsten: Rettung der Gemeinde vor dem Finanzkollaps (Gemeindekonkurs); Generalsanierung und Erweiterung des Gemeindeamts; Generalsanierung der Schule und des Turnsaals, Smartboard für alle vier Klassen, Errichtung eines Schulzubaus; Ankauf eines E-Autos, E-Carsharing + Ladestation; Freibadsanierung; Betreutes und Junges Wohnen mit Arztpraxen; Hochwasserschutzprojekte; Sanierung und Erweiterung Kindergarten.

Neo-Bürgermeister Peter Ullmann ist Landwirt und betreibt auch einen Pferdehof. Er ist kinderlos, ledig, lebt aber in einer Beziehung. Im Gemeinderat ist Ullmann schon seit 2015 tätig. Und so will er sein Bürgermeisteramt anlegen: „Es ist mir wichtig, alle Anliegen politisch neutral, offen und fair zu behandeln, um für die GemeindebürgeInnen die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.“

NÖ GVV-Präsident Bgm. Rupert Dworak: „Adi Viktorik hat im Gemeinderat fast 20 Jahre lang mit großen Engagement und Geschick zum Wohl der BürgerInnen gearbeitet. Davon knapp zehn Jahre als Bürgermeister. Dafür gebührt ihm unser Dank und unsere Anerkennung. Für seinen neuen Lebensabschnitt wünsch ich ihm alles Gute. Sein Amtsnachfolger ist mittlerweile auch schon ein recht erfahrener Lokalpolitiker. Ich denke, dass bei ihm die Geschicke der Gemeinde in guten Händen sind. Auch ihm wünsche ich alles Gute!“

Dorfheldinnen und Dorfhelden in ganz Niederösterreich gesucht

Dorfheldinnen und Dorfhelden in ganz Niederösterreich gesucht

Pernkopf/Pressl/Dworak: Zusammenhalt und Engagement für Gemeinde wird jetzt mit einer Trophäe wertgeschätzt – Einreichschluss ist der 30. Mai 2024.

„Die Stärke und Kraft der Erneuerung liegt in unseren Dörfern und Städten, vor allem aber im Engagement der Bürgerinnen und Bürger“, so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Aus diesem Grund sucht die „Dorf- & Stadterneuerung – Die Gemeindeagentur“ die Dorfheldinnen und Dorfhelden in Niederösterreichs Gemeinden und Städte. „Damit möchten wir Menschen vor den Vorhang holen, die sich besonders für die Entwicklung und den Zusammenhalt in ihren Dörfern und Städten einsetzen. Denn es sind ihre Ideen und Initiativen, die Neues schaffen und damit nicht nur ihren eigenen Ort, sondern Niederösterreich in seiner Gesamtheit erneuern“, so Pernkopf.

Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und die jeweiligen Vize haben die Möglichkeit, eine Person aus Ihrer Gemeinde zu nominieren, die seitens der Dorf- & Stadterneuerung als Wertschätzung und Anerkennung für ihren ehrenamtlichen Einsatz eine Auszeichnung, in Form einer Trophäe, erhält. Die Preisverleihung findet am 14. Juni 2024 im Rahmen einer Veranstaltung in Reinsberg statt. Einmeldeschluss ist der 30. Mai 2024.

Engagement für das Gemeinwohl wertschätzen

Personen, die sich im Sinne der Dorf- und Stadterneuerung in ihrer Gemeinde besonders engagieren können durch die Gemeindespitzen nominiert werden. „Ehrenamt hat für die Gemeinden eine besondere Bedeutung und genießt dadurch einen besonderen Stellenwert. Ehrenamtliche Arbeit für das Gemeinwohl gibt es in rund 20.000 Vereinen in Niederösterreich. Speziell all jene, die sich für die Erneuerung der Dörfer und Städte einsetzen und für die Weiterentwicklung unserer Lebensorte mitwirken, sollen dafür gebührende Wertschätzung erfahren“, so NÖ Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl.

Rupert Dworak, Präsident des NÖ GemeindevertreterInnenverbands, unterstützt die Aktion: „Ohne die unzähligen freiwilligen HelferInnen würde unsere Gesellschaft längst nicht mehr funktionieren. Das war schon lange vor der Pandemie klar, ist aber dort noch einmal ziemlich augenfällig geworden. Wenn man nun diese Menschen, die sich in Ehrenämtern immer wieder selbstlos und uneigennützig einbringen, ganz besonders auszeichnen will, dann halte ich das für eine hervorragende Idee.“

Neue Förderung für Dorferneuerungsvereine bereits abrufbar

Damit die Dorfheldinnen und Dorfhelden weiterhin nicht nur Wertschätzung sowie Anerkennung erfahren, sondern auch finanzielle Unterstützung, gibt es seit kurzem die Förderung „Stolz auf unser Dorf“ mit dem Themenschwerpunkt „Generationen verbinden“. Dorferneuerungsvereine haben hier die Möglichkeit bis zu 2.500 Euro für Aktivitäten in ihrer Gemeinde abzuholen. Projekte können bis 30. Mai bei der „Dorf- & Stadterneuerung“ eingereicht werden.

Mehr Informationen zu den Dorfhelden unter: www.dorf-stadterneuerung.at/dorfhelden

Traumjob BürgermeisterIn? – Nur, wenn die Rahmenbedingungen passen!

Traumjob BürgermeisterIn? – Nur, wenn die Rahmenbedingungen passen!

Eine neue Studie der FH Kärnten zeigt: Die Sorge um Finanzen ist groß, die Belastungen im Amt sind gestiegen und bei Frauen und Jugend gibt es großen Aufholbedarf.

Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle und Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Johannes Pressl präsentierten die Ergebnisse einer aktuellen Befragung zu aktuellen Herausforderungen und Nachwuchsförderung in Gemeinden. An der Befragung, die von Kathrin Stainer-Hämmerle und der FH Kärnten im Auftrag des Österreichischen Gemeindebundes durchgeführt wurde, haben 451 Bürgermeister*innen und Vizebürgermeisterinnen aus ganz Österreich teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die aktuell größte Herausforderung der Gemeinden ist die schwierige finanzielle Lage, gefolgt von der überbordenden Bürokratie und Sorgen um fehlendes Bauland bzw. Wohnraum. Die Belastungen im Bürgermeister-Amt sind laut eigener Einschätzung gestiegen und bei der Förderung von Frauen und Jugend herrscht Aufholbedarf.

„Die angespannte Finanzlage in den Gemeinden wird 2024 zum Topthema. Lagen bei den größten Belastungen für die Gemeinden 2022 bei den Bürgermeistern noch die Bürokratie und Überregulierung und bei den Bürgermeisterinnen das fehlende Bauland bzw. der fehlende leistbare Wohnraum mit großem Abstand auf Platz 1, so sind dies 2024 bei beiden Geschlechtern Finanzprobleme und fehlende Einnahmen“, so die Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle.

Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Johannes Pressl sieht dieses Ergebnis als klaren Auftrag: „Das Finanzthema betrifft über kurz oder lang alle Gemeinden. Das zeigt dringenden Handlungsbedarf, sonst schauen am Ende nicht nur die Kommunen, sondern vor allem die Bürger*innen selbst durch die Finger, wenn in der Folge die öffentliche Infrastruktur – wie zum Beispiel Straßenerhaltung, Kinderbetreuung, Klimaschutzprojekte – leiden müssen. Wir verhandeln daher aktuell mit der Bundesregierung über ein neues Gemeindepaket.“

Der zweite Schwerpunkt der Befragung lag bei den Belastungen in der Amtsausführung. Hier führen die Befragten ebenfalls die fehlenden Finanzmittel und – analog zur Vergleichsstudie aus dem Jahr 2022 – zusätzlich die steigende rechtliche Verantwortung sowie den steigenden Anspruch der Bürgerinnen an die Lokalpolitikerinnen an. Die Belastung durch persönliche Anfeindungen bzw. verbale Angriffe hat im Vergleich zu 2022 zugenommen.

Die Umfrage zeigt auch Aufholbedarf bei Frauen- und Jugendbeteiligung in der Kommunalpolitik. Aus den Antworten geht hervor, dass laut eigener Einschätzung vor allem in kleineren Gemeinden nicht ausreichend Jugendliche und Frauen in der Gemeindearbeit vertreten sind. Die Wahrnehmungen von Männern und Frauen unterscheiden sich hier jedoch signifikant. „Die größte Hürde für Frauen in der Politik ist die unterschiedliche Erwartungshaltung in der Bevölkerung. 58 Prozent der Bürgermeisterinnen und Vizebürgermeisterinnen sind der Meinung, dass sie anders beurteilt werden als ihre männlichen Kollegen. Hier hat es im Vergleich einen leichten Fortschritt seit 2022 gegeben. Die Bürgermeister hingegen lehnen diese unterschiedliche Wahrnehmung ab. Daraus lässt sich rückschließen, dass bei vielen Männern nach wie vor das Bewusstsein für Fördermaßnahmen und diskriminierende Rahmenbedingungen in der Politik fehlt“, so die Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle.

Ziel der Umfrage war auch, mögliche Hebel zur Frauen- bzw. Jugend-Nachwuchsförderung zu identifizieren und ihre Effektivität zu bewerten. Hier zeigt sich, dass vor allem die persönliche Ansprache von potenziellem Polit-Nachwuchs als wirksam gesehen wird. Bei der Einschätzung der Effektivität von Maßnahmen zeigen sich teilweise große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Männer bevorzugen allgemeine Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung wie öffentliche Informationsveranstaltungen, spezielle Ausbildungsangebote oder Organisationsformen wie Jugendräte oder Frauenorganisationen bzw. Formen des Empowerments auf persönlicher Ebene. Frauen wünschen sich stärker niederschwellige Beteiligungsformate, regelmäßig tagende Jugendparlamente, Beachtung von Gender Mainstreaming, Evaluierung der Sichtbarkeit von Frauen und jungen Menschen, Quotenregelungen und Mentoring.

„Es fällt auf, dass Frauen sich hauptsächlich in Frauenorganisationen engagieren und Männer in Jugendorganisationen. Umgekehrt scheinen die Berührungsängste noch groß. Wichtig wäre allerdings, dass Förderung von Frauen nicht nur als Verantwortung von Frauen gesehen wird und vor allem systematischer erfolgt und nicht nur durch sporadische persönliche Ansprache“, so Stainer-Hämmerle. Aus Sicht der Wissenschaft leitet sie zwei Handlungsempfehlungen ab: „Gibt es nicht genug interessierte Frauen oder Jugendliche, so müssen die Rahmenbedingungen überarbeitet werden. Wenn es hingegen potenziellen Nachwuchs gibt, muss darüber nachgedacht werden, wie einzelne Personen unterstützt und ermutigt werden können, Führungspositionen in der Gemeindepolitik zu übernehmen.“

Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl resümiert: „Die Studie zeigt uns deutlich, dass es auf mehreren Ebenen Verbesserungsbedarf gibt. Zunächst braucht es die notwendigen finanziellen Mittel, damit wir in den Gemeinden aktiv gestalten können. Die rechtliche Verantwortung und bürokratische Hürden im Bürgermeister-Amt sind für viele kommunalpolitisch interessierte Bürgerinnen abschreckend. Darüber hinaus müssen wir uns alle aktiv bemühen, mehr Frauen und junge Menschen für die Gemeindepolitik zu motivieren. Im Grunde wollen wir alle dasselbe: Das Leben für die Gemeinschaft vor Ort gestalten. Die Gemeindepolitik genießt das höchste Vertrauen aller politischen Ebenen, dennoch braucht es mehr öffentliche Wertschätzung und Anerkennung für das Bürgermeister-Amt und jene, die sich ehrenamtlich und aus Leidenschaft in der Kommunalpolitik engagieren. Fazit: Nur, wenn die Rahmenbedingungen passen, ist der „Traumberuf Bürgermeisterin“ für Nachwuchs – egal ob Jugend oder Frauen – attraktiv.“

Die Studie wurde im Vorfeld der Bundestagung für Bürgermeisterinnen und Vizebürgermeisterinnen im Auftrag des Österreichischen Gemeindebundes von Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle und der FH Kärnten durchgeführt. Die Bundestagung findet von 11. bis 12. April unter der Schirmherrschaft von Doris Schmidauer und auf Einladung von Gemeindebund-Vizepräsidentin Andrea Kaufmann in Wien statt. Zu Gast sind unter anderem Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Karl Nehammer und Frauenministerin Susanne Raab.

Der Österreichische Gemeindebund verfolgt mehrere Schienen, um mehr Frauen für das Bürgermeister-Amt zu motivieren und kommunalpolitischen Nachwuchs zu fördern: Das bereits etablierte alljährliche Bürgermeisterinnentreffen geht dieses Jahr von 7. bis 9. Juli im Burgenland über die Bühne und mit dem Projekt „Girls in Politics“ sollen Mädchen und junge Frauen für die Kommunalpolitik begeistert werden. Das Netzwerktreffen der Jungbürgermeister*innen Österreichs findet im November 2024 in Vorarlberg statt. Mit der „Aktionswoche Kommunale Bildung“ und dem Gemeindebund-Kinderbuch „Meine Gemeinde, mein Zuhause“ sollen Kinder bereits früh für Politik und die Aufgaben der Gemeinde sensibilisiert werden.

Am Bild: Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle und Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl präsentieren die Ergebnisse einer aktuellen BürgermeisterInnen-Befragung. ©Gemeindebund

Der NÖ GVV designiert GVV-Österreich-Vorsitzenden Kollross zum neuen Präsidenten

Der NÖ GVV designiert GVV-Österreich-Vorsitzenden Kollross zum neuen Präsidenten

Nach seinem angekündigten Rückzug als Bürgermeister von Ternitz bereitet NÖ GVV-Präsident Rupert Dworak nun auch im NÖ GVV die Staffelübergabe vor.

Der Vorstand des Verbandes sozialdemokratischer GemeindevertreterInnen in Niederösterreich (NÖ GVV) hat in seiner Sitzung am 2. April 2024 den GVV-Österreich-Vorsitzenden und Trumauer Bürgermeister Andreas Kollross, 53, einstimmig zum Nachfolger von NÖ GVV-Präsidenten Rupert Dworak, 62, designiert. Dworak hat vergangene Woche nach 20 Jahren im Amt als Bürgermeister von Ternitz seinen Rückzug von der Spitze der Stadtgemeinde für den 11. Mai angekündigt.

„Meine persönliche Einstellung zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe als Präsident des NÖ GVV ist, dass ein Bürgermeister außer Dienst nicht die Interessen der aktiven Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sowie der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vertreten soll. Ich komme aber dem Wunsch von Landesparteivorsitzenden Sven Hergovich und des designierten Präsidenten Andreas Kollross sehr gerne nach, mich um die Vorbereitung der Gemeinderatswahl 2025 sowie um die Betreuung und Beratung von Gemeinden zu kümmern“, so Dworak.

Die Landeskonferenz des NÖ GVV mit der Wahl eines neuen Präsidenten wird im Juni stattfinden.

Landesparteivorsitzender und Kontroll-Landesrat Sven Hergovich, die Dritte Landtagspräsidentin Eva Prischl, Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Klubobmann Hannes Weninger und die SPNÖ-Landesgeschäftsführer Günther Sidl und Wolfgang Zwander zur Weichenstellung des NÖ GVV-Vorstandes: „Rupert Dworak hat sich sowohl als NÖ GVV-Präsident als auch als Bürgermeister von Ternitz allergrößte Verdienste um die sozialdemokratische Bewegung in Niederösterreich erworben. Nach 20 Jahren im Amt als Bürgermeister hat Dworak nun seinen Rückzug von der Spitze der Stadtgemeinde Ternitz angekündigt. Seine gesamte bisherige politische Arbeit stand stets im Zeichen eines unermüdlichen Einsatzes für die Menschen und einer strategischen Weitsicht, mit der er nun auch – als großes Vorbild für viele FunktionsträgerInnen – die Staffelübergabe an der Spitze des NÖ GVV eingeleitet hat. Die SPÖ Niederösterreich schuldet Rupert Dworak für seine Leistungen und Verdienste größten Dank und Anerkennung. Auch dafür, dass er sich weiterhin um die Betreuung von Gemeinden und um Vorbereitung der Gemeinderatswahl 2025 kümmern wird. Die einstimmige Designierung von GVV-Österreich-Vorsitzenden Andreas Kollross durch den Vorstand des GVV NÖ ist eine hervorragende Wahl für die Nachfolge von Präsident Dworak im GVV.“

Am Bild (v. l.): Dworak, Kollross

Foto: NÖ GVV