Gemeinsam statt einsam

Gemeinsam statt einsam

Gemeinsam statt einsam

„Wenn man mit dem Herz dabei ist, kann man viel schaffen und auf die Füße stellen.“ Bei Beate Preiler dreht sich das ganze Leben um andere Menschen. Sowohl in ihrem Job beim Roten Kreuz als auch in ihrer politischen Arbeit als Gemeinderätin in Neumarkt im Bezirk Melk.

„Servus Beate, hallo, wie geht’s, griaß di.“ Es dauert ein wenig, wenn man mit Beate Preiler ins Gemeindegasthaus kommt. Jeder kennt jeden. Und jeder scheint Beate zu kennen. Draußen auf der Straße hält ein Auto mit zwei älteren Frauen an, als sie Beate sehen. „Wart, da muss ich schnell rüber, nachfragen, wie’s ihnen geht.“

Beate ist das, was man als Kommunikationstalent bezeichnen könnte. Besonders angetan haben‘s ihr ältere Menschen, die kein soziales Umfeld mehr haben. Beim Spazierengehen hat sie erste Kontakte geknüpft. „Man merkt schon an der Reaktion beim Grüßen, ob jemand reden will.“ Fast systematisch hat sie solche Gespräche gesucht und geführt. Ihre Erkenntnis: „Wir müssen wieder mehr zusammenrücken. Gemeinsam statt einsam.“

Gemeinderätin Beate Preiler, 41

„Mir gefällt’s einfach“

„In unser Gasthaus ist wieder Menschlichkeit eingezogen“, sagt Beate stolz. Und erzählt davon, was die Pächter, ein Ehepaar aus Syrien, alles unternehmen. Da wird nachgerufen, wenn ein Stammgast fehlt. Wenn‘s das Lieblingsessen gibt, kommt eine Nachricht per WhatsApp. Beate ist gern hier. Genauso wie im Hanfgeschäft ein paar Meter weiter – Naturprodukte, Hygieneartikel, Deko. Hätte man in Neumarkt nicht vermutet. Auch nicht, dass man als Wildfremder auf der Straße gegrüßt wird.

Das erste Piercing hatte sie mit 16. „Mit gefällt’s einfach“. Den Schmuck gibt’s in Schwarz und in Gold. War nie ein Problem, außer einmal bei einem Bewerbungsgespräch. Da sagte ihr der mögliche Arbeitgeber, die Piercings müsse sie schon abnehmen, um den Job zu bekommen. Hat sie nicht.

Ursprünglich hat Beate Köchin gelernt, dann in Supermärkten gearbeitet. Mit 34 dann die Entscheidung, ein freiwilliges soziales Jahr zu machen. „Das wär’ ohne den Rückhalt von Mann und Tochter nicht gegangen“. Seitdem ist das Rote Kreuz für Beate „zu einer zweiten Familie geworden.“ Zuerst wurde ein Job in der Reinigung frei, dann hat sie die Ausbildung zum Rettungs-Sanitäter gemacht und sich für einen fixen Job beworben.

Heute ist sie Fachbereichsleiterin für Gesundheits- und soziale Dienste. Ein Standort in Ybbs, der zweite im Henry-Laden in Neumarkt. Und sie ist viel unterwegs. Unter anderem kümmert sie sich um betreute Reisen – Halbtages- oder Tagesfahrten mit dem Bus. „Bei uns kann jeder mitfahren. Und wenn er selbst nicht mehr mobil ist, dann schieben wir ihn.“ Mariazell, die Kittenberger Erlebnisgärten, Abschluss immer bei einem gemütlichen Essen. „Der größte Dank ist, ein Lachen zu kriegen. Oder wenn dir jemand ein paar Tage später sagt, wie viel Freude ihm der Ausflug gemacht hat.“

„Es geht um das Wohl der Bürger“

Seit dem Jahr 2020 ist Beate eine von sechs SPÖ-GemeinderätInnen. Im Gemeinderat teilt die SPÖ das Schicksal so mancher Minderheitsfraktion. Ideen, die man einbringt, werden mitunter umgesetzt, aber dann von der Mehrheit „verkauft“. Aktuell bemühen sich Beate Preiler und ihre ParteikollegInnen um das Thema Barrierefreiheit in der Gemeinde – sie wollen mehr Behindertenparkplätze. Konkrete Vorschläge liegen auf dem Tisch. „Konstruktive Kritik wird vom politischen Mitbewerber leider oft als Angriff gesehen“, beklagt Beate. Ihr Prinzip: „Es geht um das Wohl der Bürger und nicht darum, ob ich rot oder schwarz bin.“

Als „Landkind“ bezeichnet sich Beate selbst. „Ich brauch mein Haus, meinen Garten – ich muss in der Erde wühlen. Und daheim kann ich die Musik auch mal eine halbe Stunde lauter aufdrehen.“ Welche? Austropop, allen voran STS. Lieblings-Song „Fürstenfeld“. Manchmal läuft aber auch Musik, die sie seinerzeit gemeinsam mit der Oma gehört hat. Mehr wird nicht verraten.

Beate Preiler ist eine von jenen, die Freude an ihrem Engagement für die Gemeinschaft haben. Wenn Sie Lust haben, sich in ihrer Gemeinde im Rahmen der SPÖ zu engagieren oder jemanden kennen, dem Sie das vorschlagen wollen – eine kurze Mail an engagement@gvvnoe.at reicht. Wir bringen Sie mit den richtigen Leuten zusammen.

„Mit beiden Beinen am Boden stehen“

„Mit beiden Beinen am Boden stehen“

„Mit beiden Beinen am Boden stehen“

Mit 27 Jahren zählt Peter Reitzner zu den jüngsten Bürgermeistern des Landes. Als DJ hat er gelernt, mit Menschen umzugehen – auch mit tausenden gleichzeitig. Zur Leidenschaft für die Musik kommt eine weitere: die für seine Heimatgemeinde Wilhelmsburg.

„Man muss irgendwann im Leben Verantwortung übernehmen – und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für die anderen.“ Peter Reitzner war 17, als er – der Einladung eines SPÖ-Urgesteins folgend – sein Engagement in der SPÖ Wilhelmsburg im Bezirk St. Pölten begann. Lange nachdenken musste er dafür nicht, denn „am Ende des Tages ist die SPÖ immer auf der richtigen Seite gestanden – auf der Seite der Menschen“.

Bürgermeister Peter Reitzner, 27

„Kommunikation ist das Um und Auf“

„Als DJ musst du einen Spannungsbogen halten. Wenn du immer nur Vollgas fährst, wird’s den Leuten auch zu viel. Du musst wissen, wie man die Leute liest. Was wollen sie hören und welches Lied passt aufs letzte? Das ist ziemlich kompliziert, ich red‘ beim Auflegen mit niemandem, weil ich mich einfach konzentriere. Was machen die Leute, was spiel ich als nächstes, was kommt jetzt gut an. Da bin ich in meinem Tunnelblick nur aufs Auflegen fixiert. Nach 10 Stunden geh ich runter und bin erledigt.“ Als DJ hat er an den Reglern natürlich kommerzielle Bedürfnisse befriedigt, oft aber auch eigene Kompositionen verwendet. „Da habe ich Musik, die kein anderer hat.“  Wenngleich für ihn jede Art der Musik ihre Berechtigung hat, sind seine persönlichen Favourits in der House-Szene zu finden. „Worakls, ein Pariser DJ, extremst lässig. Oder Dennis Ferrer aus New York.“ Lässt sich schwer beschreiben, Hörbeispiele gibt’s jede Menge im Internet. 

© Archiv Peter Reitzner

Welche Erfahrungen man für die Politik machen kann? „Kommunikation ist das Um und Auf. Nur mit Emotionen wo reinzugehen, ist fahrlässig.“ Besonders wichtig: „Du musst Verständnis für die Menschen und ihre Bedürfnisse haben. Dann öffnen sie sich.“

Ein leidenschaftlicher Wilhelmsburger

Nach kommunalpolitisch turbulenten Zeiten wurde Peter Reitzner 2023 vom Gemeinderat mehrheitlich zum neuen Bürgermeister gewählt. „Als Bürgermeister musst du der uneigennützigste Mensch in der Gemeinde sein. Sonst verkaufst du deine Seele“, ist er überzeugt und sieht sich in seiner neuen Funktion auch als Mediator.

„Irrsinnig wichtig“ ist ihm die Zusammenarbeit mit allen Fraktionen. „Für mich sind nicht so sehr die Parteien wichtig, sondern die Menschen, die dahinterstehen.“ Mit „Herzblut für die Stadt“ ist er viel unterwegs und redet mit vielen. „Wenn ich um eine Leberkässemmel gehe, kanns schon vorkommen, dass ich erst in einer Stunde wieder aus dem Geschäft komme, weil ich so viele Menschen treffe, die reden wollen.“ Und sein Herzensanliegen? „Das Gemeinsame. Wichtig ist, dass die Gemeinde enger zusammenrückt. Wir brauchen alle: die Wirtschaftstreibenden, die Vereine, die Arbeiter, die Idealisten, die Visionäre. Die holen wir an einen Tisch und fragen: Wie schaut für Euch die Gemeinde der Zukunft aus.“

Bürgermeister Peter Reitzner ist einer von jenen, die Freude an ihrem Engagement für die Gemeinschaft haben. Wenn Sie Lust haben, sich in ihrer Gemeinde im Rahmen der SPÖ zu engagieren oder jemanden kennen, dem Sie das vorschlagen wollen – eine kurze Mail an engagement@gvvnoe.at reicht. Wir bringen Sie mit den richtigen Leuten zusammen.

„Einen Schritt aufeinander zugehen“

„Einen Schritt aufeinander zugehen“

„Einen Schritt aufeinander zugehen“

Stefan Winter ist einer, der offen auf Menschen zugehen und mit ihnen reden kann. Das kommt ihm in jedem seiner Aufgabenbereiche zugute: Auf der Intensivstation im Krankenhaus, als Profi-Fotograf für Familien und Hochzeiten und als Mandatar in der 1500-Einwohner-Gemeinde Gresten-Land im Bezirk Scheibbs.

Stefan ist Diplom-Krankenpfleger auf einer Intensivstation. „Ich mach das jetzt 11 Jahre und gehe jeden Tag gern in die Arbeit.“ Weil es ihn menschlich fordert, wie er erklärt. Er mag es, wenn es „menschelt“. Das kann er im Team erleben, mit Patienten, mit Angehörigen. Und das „darf man sich von den Schlagzeilen nicht nehmen lassen“, spielt er auf die seiner Meinung nach etwas zu dramatische Berichterstattung über Pflegeberufe an. „Das hat uns viel verhaut.“

Geschäftsführender Gemeinderat Stefan Winter, 35

„Ich bin kein Streithansel“

Die SPÖ hat 3 Mandate in Gresten-Land, die ÖVP 16. Das Verhältnis zum Bürgermeister beschreibt er als gut. „Er verfolgt einen gewissen Pragmatismus und ist sehr korrekt“. Stefans Credo: „Wir müssen an unserer Leistung gemessen werden, da steck’ ich meine Energie rein.“ Den politischen Mitbewerber schlecht zu reden, davon hält er nichts. „Ich hab’ noch nie geschimpft auf die ÖVP in unserer Gemeinde.“ Wichtig ist es ihm, miteinander gut auszukommen. „Wenn alle einen Schritt aufeinander zugehen, ist es viel leichter.“ Die größten Herausforderungen zurzeit: die Wasserversorgung und der Aufbau eines Glasfaser-Netzes. In Sachen Glasfaser beschreiten die zwei Nachbar-Gemeinden Gresten und Gresten-Land einen eigenen Weg: Sie haben eine gemeinsame Gesellschaft gegründet und werben um Anschlusswillige. Wenn’s gelingt, dann bleiben die Gemeinden auch Netz-Eigentümer. Die Chancen stehen gut.

Was man braucht, um in der Kommunalpolitik etwas zu bewegen? „Menschen, die in ihrer Gemeinde gut vernetzt sind. Ein Schlüssel dazu ist es, in Vereinen aktiv zu sein.“ Stefan sagt von sich selbst, ein „Vereinsmensch“ zu sein. Zum Beispiel im Heimatverein in Gresten-Land, der Kultur und Tradition pflegt und versucht, sie für die Nachwelt zu bewahren. „Die Menschen hier sind sehr mit der Landwirtschaft verbunden. Ihnen sind andere Dinge wichtig als in der Stadt.“  

Im Wirtshaus diskutiert man über Alltägliches und kritisiert die Bundespolitik. Lokale Politik ist seltener ein Thema. Sehr gefallen hat ihm die Aussage des neuen SPÖ-Chefs Andreas Babler: „Warum nicht links überholen?“

Fotografie mit Leidenschaft

Stefans Elternhaus war sehr weltoffen und aufgeschlossen. Stefans Mutter war Fotografin und er daher schon als Kind mit im Studio dabei. Das hat seine Leidenschaft für die Fotografie geweckt. Schon als Jugendlicher hat er fotografiert, später dann immer öfter bei Hochzeiten. Gratis – bis ihn dann eine Profi-Fotografin zur Seite nahm und sagte: „Du kannst das. Warum machst du das nicht auch beruflich?“ 2016 hat er das Gewerbe angemeldet. Am Rande eines Hochzeits-Shootings hat ihn auch seine Vorgängerin im Gemeinderat gefragt, ob er nicht in der SPÖ mitmachen wolle.

„Meine Preise sind sehr überschaubar. Mein Ziel ist es nicht, viel Geld zu verdienen.“ Sondern? „Mir geht es darum, dass wir eine gute Zeit miteinander haben. Die Menschen sollen mich nicht als Fotografen sehen, sondern als Gast. Wenn ich das schaffe, dann werden’s gute Fotos.“ Wovon man sich überzeugen kann: https://www.fotows.org/

Wie bringt man all diese Jobs unter einen Hut? „Mit einer sehr toleranten Partnerin“. Und die Fotos bearbeiten kann er ja, wenn ihn die Kinder gerade nicht brauchen. Zwillinge, ein Mädchen und ein Bub, 5 Jahre sind sie jetzt. Was wünscht er sich für sie? „Dass sie fröhliche und zufriedene Menschen bleiben und später einmal sagen: Unsere Eltern waren coole Typen.“

Stefan Winter ist einer von jenen, die Freude an ihrem Engagement für die Gemeinschaft haben. Wenn Sie Lust haben, sich in ihrer Gemeinde im Rahmen der SPÖ zu engagieren oder jemanden kennen, dem Sie das vorschlagen wollen – eine kurze Mail an engagement@gvvnoe.at reicht. Wir bringen Sie mit den richtigen Leuten zusammen.

„Meine Stücke sind meine Kinder“

„Meine Stücke sind meine Kinder“

„Meine Stücke sind meine Kinder“​

Gibt’s eine weibliche Form für „Tausendsassa“? Gudrun Friedrich ist eine solche. Sie schreibt Stücke fürs Theater, ist eine „Upcyclerin“ der ersten Stunde und engagiert sich im Gemeinderat ihrer Heimatgemeinde Pyhra im Bezirk St. Pölten. 

Worum es in Gudruns Stücken geht, wird nicht verraten. Nur so viel: Es ist mit Sicherheit lustig. Das lässt sich schon aus Titeln wie „Casanovas bester Schuss“, „Geschüttelt, nicht gerührt“ oder „Alphaweib sucht Teilzeitprinz“ leicht ableiten. Wann ist sie eigentlich selbst mit einem Stück zufrieden? „Wenn ich schon beim Schreiben so lachen kann, dass ich eine Pause machen muss.“

Geschrieben wird natürlich in Hochdeutsch, gespielt aber immer im Dialekt- je nach Aufführungsort. So auch in Raggal in Vorarlberg, wie sich Gudrun erinnert. „Ich hätt‘ dort überhaupt nichts verstanden, wenn ich mein Stück nicht gekannt hätte.“ Für die Theatergruppen zählt neben dem Inhalt auch die Anzahl der Rollen. Je mehr, desto schwieriger wird es, alle mit Laienschauspielern besetzen zu können. Da wird auch schon die eine oder andere Rolle gestrichen. „Aber unter sechs geht gar nichts“, weiß die Autorin. Gudrun verlangt im Unterschied zu manch anderem Autor keine Aufführungsgebühren. „Meine Stücke sind meine Kinder, ich brauch‘ kein Geld dafür. Ich freue mich, wenn ich meine Figuren lebendig auf der Bühne sehe.“  https://friedrichgudrun.jimdofree.com/

GRin Gudrun Friedrich, 64

Die Mama der Fraktion

Gespielt werden Gudrun Friedrichs Stücke quer durch Österreich – vom Burgenland über Kärnten bis Vorarlberg. In Bozen war sie auch schon vertreten. Fixpunkt ist in der eigenen Gemeinde, wo die Theatergruppe „Pyhranas“ aktiv ist. Da ist Gudrun schon selbst auf der Bühne gestanden und auch als Souffleuse aktiv gewesen.

Gudrun ist in Pyhra aufgewachsen. „Wir haben uns finanziell nicht viel leisten können, aber immer viel Spaß gehabt.“ Beruflich war sie unter anderem Assistentin im Einkauf eines großen Möbelhauses. Wer jetzt meint, dass ihr Stück „Firma, Firma – oder ein rotes Sofa für den Chef“ damit zu tun haben könnte, wird nicht ganz falsch liegen.           

Aktiv in der Gemeindepolitik ist sie seit der jüngsten Gemeinderatswahl 2020. Da hatte die SPÖ ernsthafte Personalprobleme und Gudrun musste nicht lang überredet werden, zu kandidieren. „Der Vater hätte sich im Grabe umgedreht, wenn sich die SPÖ bei uns aufgelöst hätte.“ Heute besetzt sie eines von vier Mandaten im Gemeinderat und hat den Vorsitz im Prüfungsausschuss. Sie ist die „Mama“ der Fraktion, die drei Kollegen „könnten meine Kinder sein“. Ihr hoher Bekanntheitsgrad in Pyhra ist leicht erklärt: „Wenn wo Hilfe gebraucht wird, bin ich dabei.“ Vom Aushelfen in der Sportplatz-Kantine bis zur Feuerwehr.

„Zuerst reden, dann machen“

Das Verhältnis zum Bürgermeister beschreibt sie als gut. Auch deshalb, weil für sie die sachbezogene Arbeit im Vordergrund steht – da gibt es viele Projekte, wo die SPÖ mit im Boot war. „Zuerst reden, dann machen“, lautet ihre Devise. Fundamental-Opposition machen andere Parteien. In der Kommunalpolitik generell wünscht sie sich mehr Frauen, weil die „anders aufeinander zugehen“. Und von einem ist sie auch überzeugt: Eine Reform der SPÖ geht nur von unten nach oben.

Gudrun liebt die Farben. „Ich male alles an – Möbel, Kleidung, bei mir wird nichts weggeworfen. Das habe ich schon gemacht, bevor der Begriff ‚Upcycling‘ in Mode kam.“

Großen Rückhalt findet sie in der Familie – bei ihrem Mann, den beiden Söhnen und deren Familien. Gemeinsam verbringen sie viel Zeit bei Musikveranstaltungen und auf Rock-Konzerten. „Mein Mann und ich können mittlerweile auch die Texte der ‚Toten Hosen‘ mitsingen.“ Bei unserem Besuch ist sie gerade auf dem Sprung zum „Frequency“ in St. Pölten.

Im Moment bereitet Gudrun gerade ein Theaterstück über die Politik vor. Wie immer gilt: Die Figuren sind frei erfunden, allfällige Parallelen zu real existierenden Personen sind rein zufällig. Aber eines ist jetzt schon klar: „In meinem Stück wird’s in der Gemeinderatssitzung lustiger zugehen als in Wirklichkeit.“

Gudrun Friedrich ist eine von jenen, die Freude an ihrem Engagement für die Gemeinschaft haben. Wenn Sie Lust haben, sich in ihrer Gemeinde im Rahmen der SPÖ zu engagieren oder jemanden kennen, dem Sie das vorschlagen wollen – eine kurze Mail an engagement@gvvnoe.at reicht. Wir bringen Sie mit den richtigen Leuten zusammen.

„Georgia kann man nicht in irgendeine Schublade stecken“

„Georgia kann man nicht in irgendeine Schublade stecken“

„Georgia kann man nicht in irgendeine Schublade stecken“

Was haben Persönlichkeiten wie Hannes Swoboda, Karl Habsburg, Werner Gruber, Wolfgang Petritsch, Erhard Busek, Indra Collini, Helmut Brandstätter und viele andere gemeinsam? Sie alle waren schon als Diskutanten in Gars am Kamp zu Gast. Dorthin gebracht hat sie Georgia Kazantzidu.

„Die Dialoge mit diversen ausgesuchten Persönlichkeiten und Funktionsträgern aus Politik, Diplomatie und Gesellschaft sind als Angebot zur Partizipation aller interessierten Bürger differenzierter politischer, gesellschaftlicher, als auch sozialer Orientierung sowie Herkunft zu sehen“ – so steht es auf der Website der Veranstaltungsreihe „Dialog im Kamptal“.  www.matthiaslaurenzgraeff.com/dialog-im-kamptal
 
„Wir machen keine Propaganda, sondern bieten die Möglichkeit sich zu informieren“, betont Georgia Kazantzidu. Seit 2019 lädt sie dazu in ihr Haus in Gars am Kamp (Bezirk Horn). Und das mit großem Erfolg. Ihre Veranstaltungen zählen mittlerweile zu den Fixpunkten im gesellschaftlichen Leben der Region. Und sind trotzdem immer noch eine reine Privatinitiative. Sowohl organisatorisch als auch finanziell.
Dialog im Kamptal. „Politik, Diplomatie im 21. Jahrhundert", 27. 1. 2020. Von links nach rechts: Philipp Jauernik (Paneuropabewegung Österreich), Hannes Swoboda (ehemals Präsident der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament), Veranstalter Matthias Laurenz Gräff, Botschafter Emil Brix (Direktor der Diplomatischen Akademie, Wien), Veranstalter Georgia Kazantzidu, Moderator Eric Frey (Der Standard). (Foto Privat)
gemeinderätin Georgia Kazantzidu, 53

„Zuagraste" und Ausländerin

Georgia hat auf ihrem bisherigen Lebensweg schon viele Stationen hinter sich. Geboren ist sie im griechischen Giannitsa und großteils aufgewachsen in Thessaloniki „Wir sind praktisch jedes Jahr umgezogen. Der Job meines Vaters hat das mit sich gebracht.“ Der Diplombauingenieur und Georgias Mutter hatten beide in Österreich und dann in Deutschland studiert, bevor sie in die Heimat zurückkehrten.
Georgia war mit 13 zum ersten Mal in Österreich – und begeistert von Wien. Als sie ein Jahr vor der Matura ankündigte, nach Österreich zu gehen, glaubte ihr das kaum jemand. Aber sie hat es durchgezogen.
 
Durchgezogen hat sie schon viel in ihrem Leben. Seit 35 Jahren lebt sie jetzt in Österreich. Schauspielunterricht, Studium an der Webster University, eine Firma in Griechenland geleitet. Seit 20 Jahren ist sie in Gars. „Das Haus hab‘ ich damals gleich nach dem Hochwasser gekauft.“ Als „Zuagraste und Ausländerin“ begegnete ihr eine Menge Skepsis. Aber sie hat sich engagiert. Mitarbeiterin bei einer Lokalzeitung, ehrenamtliche Rettungssanitäterin beim Roten Kreuz, Obfrau des Elternvereins der Volksschule. Als solche hat sie „gemeinsam mit einem Super-Team“ die Sicherung eines Schulweges durch eine Blinkanlage erreicht. Und war immer mit dabei, wenn es bei diversen Veranstaltungen in der Gemeinde etwas zu tun gab.

101 Vorzugsstimmen

Ein langjähriger SPÖ-Funktionär lud sie schließlich ein. “Du bist für Frauenrechte und für Kinderrechte, komm zu uns.“ Bei der jüngsten Gemeinderatswahl kandidierte sie für die SPÖ – und bekam auf Anhieb 101 Vorzugsstimmen. Wie kriegt man die? „Viele kennen mich seit Jahren und schätzen meine Offenheit und Vielfalt.“ Georgia sucht den „aufrichtigen Dialog“ – auch in der eigenen Fraktion. „Ich habe eine Meinung und bin nicht lenkbar“, bekennt sie pragmatisch. Ihr Credo: Politik ist dazu da, um zu gestalten und gegebenenfalls auch zu korrigieren. „Nur weil jemand vor 30 Jahren was beschlossen hat, muss das heute nicht mehr stimmen“, ist sie überzeugt. Sie selbst wünscht sich mehr „moralische Menschen mit Tugenden, Enthusiasmus und hohen Werten“ in der Politik. „Mit Amoralität werden wir ohnehin jeden Tag konfrontiert.“
Das Haus, in dem sie ihre Gäste zum Dialog empfängt, ist voll von Gemälden. Ein paar Zeichnungen von ihr sind auch dabei – „ich bin von meinen Eltern sehr gefördert worden“. Die meisten stammen aber von ihrem Partner – dem akademischen  Maler Matthias Laurenz Gräff. Den hat sie bei der Rettung kennengelernt. „Übers gemeinsame Malen sind wir uns dann nähergekommen.“ Seit 13 Jahren machen sie viel gemeinsam. „Ich bin seine Muse.“
 
Georgia ist eine von jenen, die Freude an ihrem Engagement für die Gemeinschaft haben. Wenn Sie Lust haben, sich in ihrer Gemeinde im Rahmen der SPÖ zu engagieren oder jemanden kennen, dem Sie das vorschlagen wollen – eine kurze Mail an engagement@gvvnoe.at reicht. Wir bringen Sie mit den richtigen Leuten zusammen.