„Zeascht mit’n Rad’l, dann mit’n Moped aufs Auto spart er bis heit“ – in dieser Liedzeile von Ostbahnkurtis „Arbeit“ beschreibt dieser die Wichtigkeit der Mobilität von arbeitenden Menschen in der Vergangenheit. Erst die Mobilität erlaubte es, nicht jede Arbeit vor Ort annehmen zu müssen. Heute, nach gelungenen einheitlichen Gesetzen im Bereich des Arbeitsrechtes, verbunden mit einheitlichen Kollektivverträgen, stellt sich die Situation ganz anders dar.
Zum einen ist es für Kommunen vorteilhaft, viele Arbeitsplätze im Gemeindegebiet zu haben, weil das wichtige Einnahmen bedeutet. Drei Prozent des Gehalts müssen Betriebe an Kommunalsteuer abliefern. Extrem notwendig, um die Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten. Besonders in knappen Zeiten wie diesen.
Aber auch für jeden einzelnen Beschäftigten ist ein wohnortnaher Arbeitsplatz ein enormer Gewinn. Gehen wir mal davon aus, dass Sie jeden Tag eine halbe Stunde von und zu ihrer Arbeitsstelle pendeln müssen. Sie verbringen somit in ihrem gesamten Arbeitsleben 9.900 Stunden ausschließlich am Weg zur Arbeit. Das ist mehr als ein ganzes Jahr Lebenszeit. Deshalb bin ich für wohnortnahe Arbeitsplätze, auch wenn es dadurch möglicherweise in der jeweiligen Gemeinde zu zusätzlichen Belastungen kommt, Stichwort verstärktes Verkehrsaufkommen durch Betriebsansiedlungen. Ein ganzes Lebensjahr Gewinn an Freizeit ist es das allemal wert.
